Angerer-Urgestein Kusi lebt seinen Traum und durchquert Grönland mit seiner Tochter

Wer schon mal bei uns einen Ski- oder Wanderschuh gekauft hat, kennt ihn bestimmt: Markus Blum. Vielleicht kennt man ihn auch aus zwei Staffeln "Auf und Davon" auf SRF. Aber wir kennen ihn einfach nur als unser langjähriges Teammitglied "Kusi", der seit 20 Jahren bei Angerer Sport arbeitet. Mal im Winter, mal im Sommer, mal mit längeren Pausen. Was macht er denn den Rest des Jahres? Seine Träume verwirklichen! Und so hat er im Jahr 2025 ein weiteres Abenteuer zu seinem Palmares hinzugefügt. Die Durchquerung von Grönland, zusammen mit seiner zum Expeditionszeitpunkt 16 Jährigen Tochter Amira. 558 Kilometer durch Eiswüste, bei Temperaturen bis zu -35 Grad. Nur sie beide als Zweierteam, ohne grössere Entourage.
Es war sofort klar, dass wir Markus und seine Tochter während ihrer 26 tägigen Expedition unterstützen möchten und durften sie mit diversem Equipment, unter anderem dem Garmintracker, ausrüsten. Als kleine Gegenleistung wurde die Angerer-Fahne einmal quer durch Grönland mitgetragen, was bei einer Gepäck-Beschränkung von 180kg, verteilt auf drei Schlitten, doch eine grosse Ehre ist.
Was uns aber am meisten freut: Dass die beiden wieder wohlauf in die Schweiz zurück gekehrt sind und wir während der Wintersaison wieder viele spannende Anekdoten von unserem "Kusi" im Angerer Sport hören dürfen. Kommt vorbei, um ihn persönlich nach seinem letzten und vielleicht schon nächsten Abenteuer zu fragen… Ein paar Antworten haben wir für euch bereits gesammelt:
Woher kam die Idee zu eurer Vater-Tochter Expedition?
Ich habe Grönland bereits 2022 gemeinsam mit einem Freund durchquert. Nach meiner Rückkehr äusserte meine Tochter den Wunsch, dieses Abenteuer eines Tages gemeinsam mit mir zu erleben – eine logische Folge unserer gemeinsamen Lebensgeschichte, die seit ihrer Kindheit von intensiven Expeditionen und Reisen geprägt ist.
Dass sie dieses aussergewöhnliche Abenteuer mit 16 Jahren umsetzen konnte und damit zur jüngsten Europäerin wurde, die Grönland je durchquert hat – weltweit das einzige Vater-Tochter-Team ohne externen Support – bedeutet mir sehr viel. Doch nicht der Rekord stand im Vordergrund, sondern das gemeinsame Erlebnis, Vertrauen und Verbundenheit.
Wie sah euer Training und die Vorbereitung aus?
Die Grundlage bildeten unsere jahrelangen Expeditionserfahrungen. Dennoch erforderte die Durchquerung Grönlands eine monatelange, gezielte Vorbereitung. Davos bietet dafür ideale Bedingungen: Ausdauer- und Krafttraining, zahlreiche Skitouren sowie Kälte-, Atem- und Mentaltraining in Form von Eisbaden, Atemübungen und Meditation.
Ein zentraler Bestandteil war das Autoreifen-Training. Mehrmals pro Woche zog ich schwere Autoreifen bis zum Strelapass, um das Ziehen der voll beladenen Expeditionsschlitten realistisch zu simulieren.
Was gab es bezüglich Organisation, Ausrüstung und Ernährung zu berücksichtigen?
Für die Expedition war eine spezielle Bewilligung der grönländischen Regierung erforderlich, inklusive Sicherheits-, Versicherungs- und Kommunikationsnachweisen sowie einer Waffenbewilligung aufgrund möglicher Eisbärenbegegnungen.
Die Ausrüstung musste Temperaturen bis –40 °C standhalten. Ein flexibles Schichtsystem, ein sturmfestes Expeditionszelt sowie absolut zuverlässige Ausrüstung waren essenziell. Pro Person wurden täglich rund 6’000 Kilokalorien konsumiert. Die Nahrung war vollständig portioniert und auf Tagesrationen verteilt. Insgesamt transportierten wir rund 180 kg Ausrüstung auf unseren Schlitten.
Mit wem hattet ihr während der Expedition Kontakt und wie können wir uns eure Sicherheitsausrüstung vorstellen?
Zur Sicherheitsausrüstung gehörten ein Satellitentelefon, der Garmin inReach Messenger Plus sowie ein vollständiges Spaltenrettungsset. Die Expedition wurde von der grönländischen Regierung überwacht, zusätzlich erfolgte eine tägliche externe Begleitung aus der Schweiz.
Das Garmin inReach ermöglichte die tägliche Positionsübermittlung, Kommunikation mit Familie und Expeditionsteam sowie im Ernstfall das Auslösen eines SOS-Signals.

Die Expeditionsschlitten stammen von Polarfahrer Thomas Ulrich und wurden speziell für Arktisexpeditionen entwickelt – unter anderem in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich. Sie sind für hohe Lasten, extreme Kälte und lange Distanzen ausgelegt.
Fortbewegt haben wir uns hauptsächlich auf Fjällski mit Stahlkanten und Schuppenbelag, je nach Gelände ergänzt mit Fellen. In den ersten Tagen – beim Aufstieg durch ein Gletscherlabyrint – kamen zusätzlich Steigeisen zum Einsatz.
Nimm uns doch noch etwas mit auf die Route und eure Tagesetappen
Gestartet wurde in Kangerlussuaq an der Westküste Grönlands, das Ziel lag 580 Kilometer entfernt an der Ostküste im kleinen Jägerdorf Isortoq. Dazwischen: das endlose Inlandeis, Spaltenzonen, Whiteout und tagelange Monotonie.
Insgesamt legten wir die Strecke in 26 Tagen und 25 Nächten im Zelt zurück. Wir marschierten täglich 8–10 Stunden und orientierten uns bewusst an Zeit statt an Kilometern – aus Erfahrung wussten wir, dass dieser Rhythmus zur notwendigen Gesamtdistanz führt.
Die ersten Tage waren aufgrund des extrem schwierigen Geländes besonders anspruchsvoll und erlaubten trotz langer Marschzeiten nur geringe Distanzen. Die längste Tagesetappe betrug 36 Kilometer und wurde am letzten Tag zurückgelegt.
Kusi, welches Abenteuer "gluschtet" dich in Zukunft?
Neben weiteren arktischen Zielen gehören auch die beiden Pole und eine Umrundung Grönlands zu meinen langfristigen Visionen. Neben Amira habe ich noch eine zweite, jüngere Tochter, die ebenfalls davon träumt, eines Tages gemeinsam mit mir auf Expedition zu gehen. Fest steht: Im kommenden Frühjahr werde ich erneut eine Expedition durch Grönland führen.
Erfahre noch mehr über das Abenteuer von Amira und Markus unter blumundweg.ch.
Saisonniers zu haben heisst nicht, dass das Team jeden Winter aufs Neue wechselt. Bestes Beispiel ist Markus Blum, der seine saisonalen Anstellungen bei Angerer Sport immer wieder zu seinem Vorteil nutzt. Willst auch du die Vorteile einer saisonalen Anstellung ausschöpfen? Wir unterstützen deinen einzigartigen Lifestyle. Bewirb dich bei uns und lasse deine Träume wahr werden. Arbeiten bei Angerer








